15.03.2018

Die sechs Elemente für ein erfolgreiches Kreditrisikomanagement

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Aufgrund der Niedrigzinspolitik geraten Banken seit geraumer Zeit zunehmend unter Druck. Die Notenbank stellt Banken seit mehr als drei Jahren Strafzinsen in Rechnung, wenn diese Geld bei ihr parken. Schlie?lich, so die überlegung, sollen die Institute die Einlagen ihrer Kunden nicht horten,?sondern als Kredite ausgeben, damit die Wirtschaft in Schwung kommt. Die Konsequenz davon ist, dass Banken vermehrt Kredite vergeben. Um dennoch das Ausfallrisiko so gering wie m?glich zu halten, sollten Banken folgende sechs Schritte im Kreditrisikomanagement befolgen.

1. Know Your Customer

Know Your Customer (KYC) ist ein wesentlicher Bestandteil des Kreditrisikomanagementprozesses, und bildet die Grundlage für alle nachfolgenden Schritte der Kreditvergabe. Zum einen geht es hier um die vorgeschriebene Legitimationsprüfung von Neu- und Bestandskunden zur Verhinderung von Geldw?sche. Andererseits gilt es auch, sachdienliche, genaue und zeitnahe Informationen zu sammeln, welche dem Aufbau einer soliden Kundenbeziehung dienen, damit die Bank sich als Finanzberater und Anbieter von Finanzprodukten und -dienstleistungen positionieren kann.

2. Analyse nicht-finanzieller Risiken

Um die Zukunft eines Unternehmens zu beurteilen, spielen neben der Bonit?tseinsch?tzung auch qualitative Kriterien eine wichtige Rolle im Kreditrisikomanagement. Unter den qualitativen Ratingkriterien (?Weiche Faktoren“) werden nicht quantifizierbare Kriterien verstanden, welche die Entwicklung des Unternehmens nachhaltig beeintr?chtigen k?nnen. Hier analysiert das Finanzinstitut insbesondere die Erfolgskriterien, die für die zukünftige Unternehmensentwicklung wichtig sind.

Qualitativ werden Faktoren wie das Management, die Wettbewerbssituation, bzw. Marktstellung (Wettbewerber vor Ort, Marktanteil, Konkurrenzf?higkeit der Dienstleistungen usw.), Brancheneinsch?tzung, etc. beurteilt. Dank der weichen Faktoren kann die Bank meist zukünftige Unternehmenskrisen mit l?ngerem Vorlauf vorhersagen als mithilfe der quantitativen Kriterien.

3. Interpretation der Zahlen

Es gibt diverse Vorteile aber auch Risiken, die mit dem Aufbau einer Bankbeziehung und der Vergabe von Krediten verbunden sind. Daher sollten Kreditgeber wissen, wie bzw. für was die beantragten Mittel verwendet, und wie diese voraussichtlich zurückgezahlt werden. Darüber hinaus sollten alle mit dem Kunden zusammenh?ngenden Risiken identifiziert, kategorisiert und priorisiert werden.

Um die Zahlen zu verstehen, sollte der Fokus auf der finanziellen Leistungsf?higkeit des Unternehmens liegen – hierbei werden die wirtschaftlichen Verh?ltnisse des Unternehmens geprüft. Dazu werden Unterlagen zur Verm?gens- und Ertragslage des Unternehmens analysiert. Dies sind in der Regel aktuelle Jahresabschlüsse, betriebswirtschaftliche Auswertungen oder gegebenenfalls Einnahme-überschuss-Rechnungen.

4. Geben Sie dem Deal ein Preisschild

Die Festlegung eines angemessenen Preises ist eines der Schlüsselelemente im Kreditrisikomanagement. Auf Basis der qualitativen und quantitativen Bewertungen wird eine Einsch?tzung vorgenommen, welches Risiko mit der Kreditvergabe an ein Unternehmen verbunden ist. Zur Risikoeinsch?tzung werden Ratingverfahren oder andere Bewertungsmodelle verwendet, auf deren Basis der entsprechende Zinssatz kalkuliert wird.

Eine Vielzahl an komplexen Faktoren bestimmt den endgültigen Zinssatz. Zu den wichtigsten Faktoren z?hlen (1) die wirtschaftlichen Verh?ltnisse des Unternehmens (Bonit?t) sowie (2) die gestellten Sicherheiten (Werthaltigkeit der Besicherung). Dabei gilt der Grundsatz: Je besser die wirtschaftlichen Verh?ltnisse des Unternehmens und je werthaltiger die gestellten Sicherheiten, desto niedriger der Zinssatz. Mit dem jeweiligen Zinssatz wird sichergestellt, dass das Finanzinstitut für das Risiko des Gesch?fts angemessen entsch?digt wird.

5. Pr?sentation und Abschluss des Deals

Die fundierte und professionelle Kommunikation der Rating- und Scoring-Ergebnisse und der Kosten sind eine wichtige Voraussetzung für die Annahme und den Abschluss des Deals. Kreditentscheidungen sollten nicht allein auf Basis der Bonit?tsbeurteilung getroffen werden. Diese w?re nicht vollst?ndig ohne eine gleichwertige Betonung der qualitativen Aspekte wie beispielsweise der F?higkeit des Managements, das Wettbewerbsumfeld, etc. Einem Abschluss des Gesch?fts steht nach der Analyse, Strukturierung und Preisfindung nichts mehr im Wege.

6. überwachung der Gesch?ftsbeziehung

Im heutigen Wettbewerbsumfeld k?nnen Banken es sich nicht leisten, auf die Rückzahlung ihrer Kredite zu warten und erwarten, dass Kunden aktiv nach anderen Produkten und Dienstleistungen fragen. Um die Marktposition zu halten, muss das Risikoprofil des Kunden weiterhin überwacht und gleichzeitig nach M?glichkeiten zur Entwicklung und Erweiterung der Beziehung gesucht werden.

Eine gewinnbringende Beziehung kann schnell zu einer unrentablen werden. Darlehenszahlungen k?nnen zeitnah sein, aber die Verschlechterung von Sicherheiten, ungenutzter Potenziale oder nicht bezahlte Steuern k?nnen ein ernstes Risiko für eine Bank darstellen. Periodische überprüfungen, Bewertungen und Audits k?nnen sicherstellen, dass der Kunde eine langfristige Rentabilit?t für die Bank schafft.

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